Lange Nacht der Jugendkultur 28.09.13 Part 1 – Die Planung

Die Vorbereitungen oder „Wie alles begann“

05.09.13

Eine E-Mail landet in das gut gefüllte Postfach von Karsten Strack, meinem Chef. Eine Mitarbeiterin der Bürgerstiftung Büren schreibt, man wolle in Büren im Zusammenspiel mit den dortigen Schülerbands einen Poetry Slam und ein Rockkonzert veranstalten, könne aber keinen Kontakt zur „Bürener-Slam-Szene“ herstellen. Das Ganze soll im Rahmen der langen Nacht der Jugendkultur 2013 stattfinden. Dieses Veranstaltungsformat ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Städte und Gemeinden. Es wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt, möchte ein möglichst vielfältiges Angebot in dieser Nacht anbieten und einen guten Zugang zur Kultur von/für Jugendliche(n) bieten. Karsten schmunzelt, leitet die E-Mail an mich weiter und schlägt mir vor, mit der Dame telefonisch in Kontakt zu treten.

Ich erwische sie bei der Arbeit. Sie erkennt mich sofort an meinem Namen wieder, weil wir uns bei einem Workshop, den Sulaiman Masomi in Büren gegeben hat, darüber unterhalten haben in Büren etwas auf die Beine zu stellen. Nach diesem Workshop haben wir den Kontakt zueinander leider verloren und trotz meinem eigenen Bestreben einen Slam an meiner alten Schule zu veranstalten, ist in Büren seitdem nichts passiert. Im Verlauf unseres Telefongespräches kläre ich sie auf: Soweit ich weiß, gibt es in Büren und Umgebung eigentlich niemanden der aktiv slammt, außer mir. Zwar habe ich versucht einen Slam am Liebfrauen Gymnasium in Büren zu etablieren, bisher ist uns aber nur eine kleine Veranstaltung geglückt. Ich versichere ihr, mein Bestes zu geben und Slammer zu organisieren, da es ja ganz in meinem Interesse ist, einen Slam in der Stadt zu haben. Die Gruppe meiner ehemaligen Mitschüler, die sich für einen Poetry Slam an unserer Schule stark macht, ist zwar grundsätzlich bereit aufzutreten, aber ich bekomme keine konkreten Zusagen. Ich bin schon ein wenig enttäuscht darüber, da ich gehofft habe mit ihnen gemeinsam etwas zu realisieren (auch wenn es nicht an der Schule ist). Ein Großteil der Paderborner Poeten fällt auch aus, da diese bei Veranstaltungen dort auftreten (wie dem 1. Paderborner Video Slam) oder anderweitig verhindert sind.

Verliere zwischenzeitlich den Mut weiterzumachen, da mir das Unterfangen mehr und mehr als hoffnungslos erscheint. Sogar Slammer aus Warburg, Höxter und Bielefeld sagen mir ab. Die ganze Planung erweist sich als zu kurzfristig.

06.09.13

Ich habe einen neuen neuen Ansprechpartner bei der Jugendpflege in Büren. Während eines unserer zahlreichen Telefonate, erläutere ich ihm unsere Situation. Es sollte alles eigentlich in die Richtung eines U 20 Slams gehen, habe aber jetzt die „Freigabe“ bekommen, auch ältere Slammer anzufragen.

Auch das bleibt erfolglos.

08.09.13 Buchmesse, Haus Nottbeck, Oelde

Bin für den Lektora Verlag unterwegs. Habe die Sache mit dem Slam in Büren für einen Moment bei Seite geschoben. Ich komme mit unserem Autor Marian Heuser über Poetry Slams und deren Organisation ins Gespräch. Gerade kleine Slams fände er in dieser Hinsicht interessant. Wir sind dann irgendwie auch über die Planung in Büren zu sprechen gekommen und ich war ganz erstaunt, dass er sagte, wenn man ihm mit Fahrtkosten entgegenkommen würde und terminlich nichts dagegen spricht, würde er sehr gerne kommen. Die Veranstaltung wäre dann so eine Art Slam-Präsentation. In diesem Moment bin ich sehr glücklich über seinen Vorschlag.

Wieder in Paderborn, ein anderer Tag

Es stellt sich heraus, dass am 28.09.13 nicht nur die Lange Nacht der Jugendkultur stattfindet, sondern auch die Niedersäsischen-Bremischen-Meisterschaften im Poetry Slam. Marian ist Titelverteidiger. Er meinte aber zu mir, sollte er bereits in der Vorrunde rausfliegen, würde er doch nach Büren kommen. Weil das aber immer noch eine unsichere Aussage ist, hat er mir Lisa Schøyen empfohlen. Sie hat auch gleich eingewilligt.

Auch wenn ich nicht mit der kompletten Organisation dieser Veranstaltung betraut bin, hatte ich mit der Slammer-Engagierung eine Menge Arbeit. Es erwies sich als schwerer, als ich gedacht habe. Ich bin aber an der Sache drangeblieben und war sehr hartnäckig. Ich habe viel telefoniert und einige E-Mails und Facebook-Nachrichten geschrieben um auf den jetzigen Stand der Dinge zu gelangen. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Veranstaltung am Ende entwickelt.