Jetzt beginnt der Ernst des Lebens #Ausbildung Teil 1

Wenn ich jetzt noch Zuhause wohnen würde, würde mein Vater mir an diesem Morgen sagen: „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“. Das sagen viele Eltern und das auch nicht nur einmal im Leben ihres Kindes. Ob es nun vom Kindergarten in die Grundschule, von der Grundschule auf die weiterführende Schule und von der weiterführenden Schule in die Ausbildung geht: Ich habe diesen Satz schon mehrmals gehört und in gewisser Hinsicht hat er Recht. Jetzt beginnt was neues. Wie ernst es wird kann ich jetzt noch nicht sagen. 😉

Auch wenn ich jetzt keine Praktikantin mehr bin, bin ich immernoch ein Verlagsfisch und werde hier deshalb weiter Beiträge schreiben. Es ist gut, dass ich jetzt auch die ganze Sache von seiten einer Auszubildenen betrachten kann und somit vielleicht nochmal einen anderen Blick auf das Arbeiten hier (als Praktikant) geben kann. Ich werde euch in den 3 Jahren mitnehmen, vom ersten Schultag bis zur Abschlussprüfung seid ihr quasi live dabei.

Zu Beginn möchte ich den Beruf kurz vorstellen:

Medienkaufmann/ -frau Digital und Print

Medienkaufleute sind im Bereich Marketing und Vetrieb von Medien und Dienstleistungen tätig. Man findet sie in Verlagen, Großhandel mit Büchern, Zeitschriften und Zeitungen oder in Medienhäusern an.  Zu ihren Tätigkeiten gehören unteranderem die Planung und Durchführung von Marketing-Maßnahmen. Hier werden die sogenannten „Märkte“ analysiert, um Zielgruppen zu bestimmen. Aufgrund dieser Ergebnisse kann man dann Konzepte für die Akquise von Neukunden oder die Bindung von Bestandskunden erarbeiten. Außerdem sind sie mit der Pflege von Kundendaten betraut.

Ein weiterer Bestandteil ihres Aufgabenbereichs ist es, Medienprodukte bzw. Dienstleistungen zu vetreiben/verkaufen. Hier nutzen sie die ihnen zur Verfügung stehenden Vertriebswege oder schaffen neue. In diesem Beruf ist es wichtig, ein gutes Kommunikationsvermögen zu besitzen, da man sowohl Verkaufsgespräche mit Kunden führt, Meetings mit Kollegen oder Autoren hat, sich es bei manchen Gesprächen aber auch um Verhandlungen für Rechte und Honorare drehen kann, wo es nötig ist gute Argumente zu besitzen.

Last but not least sind Medienkaufleute auch an der Produktherstellung bzw. der Produktentwicklung beteiligt. Das bedeutet für sie, dass sie sich unteranderem mit den Bestimmungen des nationalen und internationalen Medien- und Presserechts, sowie dem Urheberrecht auseinandersetzen und Branchenrichtlinien beachten müssen. Sie setzen Verträge auf, die z.B. vor der Veröffentlichung eines Buches angefertigt und anschließend von beiden Seiten (Verlag und Autor) unterschrieben werden müssen. Wenn rechtlich alles geregelt ist, kümmern sich Medienkaufleute um die Auswahl des Herstellungsverfahrens (sie wählen z. B. die Druckerei aus), die Planung (sie koordinieren die Termine, vereinbaren z.B. wann ein Buch geliefert wird) und die Kalkulation (Was gebe ich für mein Produkt aus und was werde ich später damit einnehmen?). Wer jetzt glaubt, Medienkauffleute seien alles nur Theoretiker, der liegt falsch, denn sie sind mitunter auch z.B. bei der Layouterstellung mit dabei und müssen sich dementsprechend schon ein wenig mit Photoshop, Indesign und Co. auskennen. Weil Lektora ja unteranderem auch als Veranstalter von Poetry Slams und Schulungen mit diesem Thema aktiv ist, bin ich mir auch in dieser Hinsicht sicher, meine Zeit nicht nur am Schreibtisch zu verbringen.

Welche Erwartungen ich an die Ausbildung habe, kann ich noch nicht ganz genau formulieren. Durch das Jahrespraktikum habe ich zumindest schonmal einen Einblick bekommen, wie sie sein könnte und wenn sie so oder so ähnlich wie das Praktikum verläuft, kann ich schonmal sehr zufrieden sein. Fest steht, dass ich mein Bestes geben werden und auch weiterhin versuche einen guten Job zu machen. Es wird komisch für mich sein, ab dem 21.08.14 wieder zur Berufschule zu gehen, aber ich glaube, dass ich auch dort ganz gut klarkommen werde.

Wir werden es sehen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Jennifer