Hilfe,sie gehen wieder um! – Dead or alive Poetry Slam #2 in Paderborn 25.11.14

03.06.14 Der letzte Applaus verstummt, die Zuschauer verlassen das Theater Paderborn, die Slammer gehen ihrer Wege und die toten Dichter ziehen sich in ihre Gräber zurück.

Doch die Grabplatten haben sich offenbar nicht ganz geschlossen, denn jetzt gehen sie wieder um. Es ist der 25.11.14 und die toten Dichter wanken zurück auf die Bühne – beim 2. Paderborner Dead or Alive Slam. Entgegen weit verbreiteter Zombie-Klischees bewegen sie sich ganz gut und performen können sie auch.dead-or-alive-plakat-sülle-alex

Aber jetzt mal alle Untoten-Bemerkungen beiseite. Das hier ist schließlich Kultur. Auch wenn Zombies sehr populär sind, hat das hier gar nichts mit ihren Filmen und Serien zu tun. Das Theater ist ausverkauft.  Rund 400 Leute sitzen im Großen Haus und warten was passieren wird. Dann betreten die beiden Moderatoren Karsten Strack und Johannes Floehr die Bühne und erläutern den Zuschauern, vor allem denen die noch nie bei einem Poetry Slam waren, was auf dieser Bühne gleich geschehen wird.

Bevor ich aber tatsächlich zum Bühnengeschehen komme, möchte ich davon erzählen, was Lisa und ich bei diesem Slam zu tun hatten. Ein Dead or alive Poetry Slam ist ja nicht irgendein Slam; deswegen waren unsere Aufgaben auch nicht so wie sonst. Die übliche Vorbereitung blieb allerdings die gleiche: Wertungstafeln einpacken, Preise zusammenstellen und Bücher für den Verkauf zusammenpacken und ausreichend Wechselgeld mitnehmen.

Danach wurde es aber schon anders. Zum Beispiel haben wir bei einem Dead or Alive Slam nichts mit dem Einlass zu tun, weil das alles vom Theater organisiert wurde. Sie haben ja schließlich die beste Übersicht über ihr Haus und auch ein eigenes Ticket-Verkauf-System. Ungewohnt für uns ist es auch, dass wir selbst eine Karte brauchten, obwohl wir sowohl zugeschaut, als auch gearbeitet haben. Noch ungewohnter, aber umso spannender war es für uns, da wir mit Backstage durften. Entgegen unserer gewohnten Slammer-Backstages bedeutete das für uns, dass wir uns nicht nur in einem Raum aufhielten, sondern durch die Vielzahl der Gänge im Theater gehen durften, als würden wir tatsächlich (und nicht nur für diesen einen Abend) dazugehören. Hinten, im „Haupt-Backstage“ sozusagen, gab es Bier und Pizza. Slammer und Schauspieler saßen alle beisammen. Es wurden angeregte Gespräche geführt. Zum Teil hatten die Schauspieler auch schon ihre Kostüme an, was uns nur noch neugieriger auf den Abend machte. Über einen Lautsprecher konnte man auch hören, was auf der Bühne passierte. Man wünscht sich viel Spaß bzw. „Toi, toi , toi“ und dann geht die Show auch schon los.

Der Abend bietet den Zuschauern unglaublich viel. Es wird viel gelacht, bei ernsten Texten ist die Stille im Publikum fast greifbar und die Spannung des Wettbewerbs ist den ganzen Abend durch  zu spüren. Slammer und Schauspieler sind sich ebenbürtig, sie schenken sich nichts und liefern eine großartige Show ab.

Dieses Mal gab es aber auch einen klaren Sieg: Gewonnen hat die Schauspielerin Anne Bontemps.

Insgesamt konnte man merken, wie viel Spaß sowohl die  Slammer als auch die Schauspieler hatten. Lisa und ich können das auch von unserer Seite bestätigen, denn auch unser Büchertisch lief ziemlich gut. 😉

Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses besondere Slam-Format jetzt auch in Paderborn Fuß fassen konnte und sind gespannt auf die nächsten beiden Dead or Alive Poetry Slams im Jahr 2015. Um nochmal in die Wortspiel-Kiste zu greifen: Paderborn ist also nicht ganz Zombie frei, aber das ist auch gut so.

 

Jennifer