„Hey, hast du noch ein bisschen Rot da?“ – Wirkung von Farben in der Werbung #1

„… Wo Wolkenbrüche mit Sonnenstrahlen
Malen nach Zahlen spielen
und mit illegalen Farben dealen
will ich mich zuhause fühlen
und sagen:
Hey, hast du noch ein bisschen Rot da? … „
Sebastian 23 – Schwerkraft und Leichtsinn

Schon vor einiger Zeit durfte ich mich an einem Plakat für die erste OWL U20 Meisterschaft im Poetry Slam versuchen. Weil dieses Event für uns  als nächstes ansteht, möchte ich euch das Ergebnis nicht vorenthalten, werde mit diesem Beitrag aber nur in Ansätzen erklären, wie ich es erstellt habe. Viel mehr möchte ich mich mit einem anderen Thema beschäftigen und zwar mit der Wirkung von Farben in der Werbung. Teil 1 beschäftigt sich mit der generellen Wirkung der Farben, während Teil 2 auf die individuelle Wirkung eingeht.

Als ich mit der Erstellung des aktuellen Plakats anfing, hatte ich zuvor schon zwei Entwürfe verworfen, weil sie mir nicht mehr gefielen. So fing ich von vorne, aber ohne Plan an, einzig und allein mit der Vorgabe im Hinterkopf, dass es hauptsächlich für Jugendliche bis 20 Jahre ansprechend sein soll, aber auch die anderen nicht davon abhalten darf die Veranstaltungen zu besuchen. Als ich Karsten dann quasi meinen dritten Entwurf präsentierte, sagte er, es gefiele ihm schon ganz gut, aber es würde noch etwas Jugendlicheres fehlen. So habe ich also dann mit Marion hier gesessen und überlegt, was denn heutzutage jugendlich ist bzw. was wir davon auf ein Plakat packen können. Es erwies sich als schwieriger als gedacht, vorallem wenn man bedenkt dass man mit 21 und 24 Jahren dieser Generation eigentlich noch irgendwie angehört.  Uns war es schon ein wenig peinlich, dass uns nichts jugendlicheres eingefallen ist als Hashtags (die in unserem Fall aber mit Poetry Slam  zu tun haben). Hier ist das fertige Plakat:u20-owl-meisterschaf-fa-140522

Auf eine andere Art und Weise kann man sich einer solchen Aufgabe nähern, in dem man überlegt, wie Farben in der Werbung wirken und wie sie mit dieser Kentniss eingesetzt werden.

In der Werbung fungieren Farben als Identifikationsmerkmal, da der Mensch ca. 40 Prozent aller Informationen durch Farben wahrnimmt.  Sie müssen auf das Alter, das Geschlecht und Interesse der Zielgruppe angepasst werden, um sich von den Mitbewerbern abzusetzen und Aufmerksamkeit zu erregen. Außerdem müssen sie mit der Kernaussage bzw. der Unternehmensphilosophie übereinstimmen. Eine Farbe die von der Allgemeinheit als agressiv und wild empfunden wird, eignet sich daher zum Beispiel nicht für ein Welness-Spa, obwohl man sich damit definitv von den Mitbewerbern absetzt. Die Frage ist nur, wie die Kunden das akzeptieren.

Farben werden in vielerlei Sicht wahrgenommen.

  • psychologisch: Farben erzeugen Gefühle und Stimmungen, resultierend aus unseren persönlichen Erfahrungen. Diese können wir entweder bewusst oder unbewusst wahrnehmen
  • symbolisch: Begriffe, Gegenstände, Marken oder Unternehmen werden automatisch mit einer Farbe verbunden, Beispiel: Gelb– Zitronen, ADAC, Gelbe Seiten, Taxis…
  • kulturell: In unterschiedlichen Kulturkreisen, mit verschiedenen Sitten, Riten und Gebräuchen werden Farben auf verschiedene Art aufgefasst. Während weiß zum Beispiel in einem Kreis die Unschuld verkörpern kann, kann sie in einem anderen schon wieder eine negative Bedeutung haben.
  • politisch: Man verbindet die unterschiedlichen Parteien mit verschiedenen Farben. Auch religiöse Machtverhältnisse werden durch Farben signalisiert
  • kreativ: in diesem Sinne „richtig“ eingesetzt, bekommen Farben plötzlich eine ganz neue Wirkung und erzielen so die gewünschte Aufmerksamkeit