Gabi

gabyDie Neuerscheinung des Sommers ist da

Mit „Neuerscheinung“ ist diesmal ausnahmsweise kein Buch gemeint, sondern ich, die neue Praktikantin des Lektora Verlags. Ich fühle mich aber keineswegs gekränkt, wenn mich mal jemand mit einem Buch verwechseln sollte. Im Gegenteil –  das wäre eine große Ehre für mich, da ich mich seit jeher mit der deutschen Sprache und Literatur beschäftige.

Zu meiner Situation: In diesem Sommer habe ich mein 2-Fach-Master-Studium der Germanistik und Geschichte abgeschlossen. Man hat mir schon oft in meinem Leben gesagt, dass der Weg, den ich eingeschlagen habe, der falsche sei. Man hätte mit einem solchen Studium im Wesentlichen drei Perspektiven: in der Hartz IV-Warteschlange sein Dasein zu fristen, Obdachloser oder Taxifahrer zu werden. Das mag alles sein. Wer weiß, was nach dem Praktikum folgt, aber da ich mich zumindest vor der letzteren Perspektive nicht fürchte, gibt es keinen Grund aufzugeben. Meiner Meinung nach ist die Beschäftigung mit Literatur entgegen der Erwartungen vieler Anderer eines der wenigen sinnvollen Dinge im Leben.

Aus diesem Grund bin ich dankbar dafür, im Lektora Verlag erste Erfahrungen im Bereich Lektorat sammeln zu dürfen. Aufgrund der Tatsache, dass ich mich während meines Studiums lediglich mit inhaltlichen literarischen Themen auseinandergesetzt habe, ist es nun von umso größerer Bedeutung für mich, einen Einblick in die praktische Arbeitsweise im Verlagswesen zu bekommen. Zum Beispiel waren mir die Korrekturzeichen nach DIN 16511 bis dato völlig unbekannt, und ich wusste nicht mal, wie man einen Versandprozess abwickelt. Mit all dem werde ich hier nun vertraut gemacht.

Neben dem Lektorat liegt der Fokus meines Interesses auf der Förderung von Literatur. Im Zuge meines Studiums habe ich ein Praktikum im Literaturbüro in Unna e.V. absolviert. Dort wurde mir bereits gezeigt, wie das literarische Netzwerk in NRW aussieht und welche Projekte es gibt bzw. welche in Planung sind. Ein zentraler Bestandteil dieses Netzwerkes sind die Poetry Slams. Meine Faszination für das relativ junge und innovative Genre „Poetry Slam“ rührt nicht daher, selbst eine Slammerin zu sein. Nein, das wäre zu viel des Guten, wenn man versuchen würde, mich auf eine Bühne stellen zu wollen. Vielmehr liegt mein Interesse im bloßen Zuhören begründet. Und noch spannender ist es dann für mich, das Vorgetragene in Buchform zu transformieren und zu verewigen. Die Schwierigkeit dabei ist, den typisch mündlichen Charakter der Texte nicht zu verfälschen – gerade das macht ja die Vorträge aus. Mittels der Poetry Slams bleibt Literatur als Gesprächsgegenstand in der Region präsent und erfindet sich immer wieder neu. Dies ist eine Entwicklung, die ich gerne mitverfolgen und unterstützen möchte.

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